Schweppermannsbote September 2021
22 Schweppermannsbote der Weg zur Mariengrotte immer wieder zum Verweilen und Betrachten einlädt. Das Ziel des Weges ist die der Lourdesgrotte nachempfunde- ne Mariengrotte, die vor 126 Jahren auf Initiative des damali- gen Pfarrers Schraml entstanden ist und von ihm geweiht wurde. Am Feiertag Mariä Himmelfahrt wurden die neuen Bildtafeln im Anschluss an eine feierliche Andacht in der Grotte von Pfarrer Dr. Charles Nwamiro geweiht. Die Utzenhofener Kir- waleit‘ boten anschließend bei einem geselligen Zusammen- sein auf dem Parkplatz bei der Grotte Bratwurstsemmeln und Getränke an. Die Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat Utzenhofen danken allen freiwilligen Helfern für ihre Unterstützung bei diesem Projekt. Wir hoffen, dass durch die Erneuerung der Kreuzwegbilder auch weiterhin viele einheimische und auswärtige Besucher, Wanderer und Betende diesen wunderbaren Weg zu der eben- so wunderbar gepflegten Mariengrotte finden und begehen mögen. Entstehung der Lourdes Grotte Pfarrer Georg Schraml, der seit 1891 Pfarrer in Utzenhofen war, fasste den Plan, eine Lourdes Grotte, ähnlich wie die Lourdes Grotte in Frankreich zu errichten. Es war Ihm ein Bedürfnis, auch viele Gläubige für dieses Anliegen zu ge- winnen. Da die Erscheinung in Lourdes für den einfachen Menschen etwas Besonderes in sich barg, da aber kaum jemand damals, Ende des 19.Jahrhunderts, die Gelegenheit hatte, die Erscheinungsstätte zu besuchen, sah er es als sei- ne Pflicht an, in der Gemeinde ein ähnliches Umfeld zu schaffen. Es galt also, einen geeigneten Platz zu finden. Nach vielen Vorschlägen kam man auf eine Höhle auf einer Waldhöhe, etwa 15 Minuten vom Ort entfernt. Der Platz schien am geeignetsten, da es sich um eine natürlich gewachsene Fels- höhle handelte, die allerdings für die neue Nutzung erst hergerichtet werden musste. Sie war mit undurchdringli- chem Gestrüpp zugewachsen und durch Geröll, Steinbro- cken und Schutt angefüllt. Die Höhle, genannt „Goashöhle", diente früher vermutlich bei Regenwetter zum Ein- und Unterstellen von Ziegen. Ein besonderer Förderer und auch Mitbegründer war der dama- lige Schreinermeister Fink und sein noch minderjähriger Sohn, Willibald, der als 74jähriger bei der Feier 1958 noch anwesend war. Ihr Verdienst war es, dass die Höhle freige- schnitten und ausgeräumt wurde. Er berichtete auch, dass man bei den Grabungen zur Säube- rung und Freilegung der Höhle am Eingang auf einen Op- feraltar gestoßen sei. Man könnte also annehmen, dass in heidnischer Zeit hier vielleicht den Göttern geopfert wurde. Die Spendenfreudigkeit und die Hilfsleistungen der Pfarr- angehörigen waren groß, und so konnten auch zwei lebens- große Figuren in Auftrag gegeben werden. Im Laufe der nächsten Jahre wurde also die Felshöhle ausgeräumt und in eine würdige Lourdes-Grotte umgewandelt. Im März 1895 starb überraschend Pfarrer Schraml. Er konnte sein Werk nicht mehr vollenden. Sein Nachfolger, H.H. Pfarrer Clemente setzte die begonnenen Arbeiten fort. Am 30. November1895 schrieb er an das bischöfliche Ordi- nariat: „Die Pfarrgemeinde Utzenhofen hat in unmittelbarer Nähe des Pfarrdorfes, angesichts der Pfarrkirche auf dem Hummelberge in einer fast der wirklichen Lourdesgrotte an Größe ähnlichen Felsenhöhle eine Lourdesgrotte errichtet
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