Schweppermannsbote September 2021

5 Schweppermannsbote die vielen wirtschlichen Beziehungen zwischen den Unter- nehmen des Landkreises und den Geschäftspartnern in der Ukraine ein. Abgerundet wurde das Wirtschaftsgespräch durch Beiträge von Vertretern mittelständischer Unternehmer des Landkreises. 2. Bürgermeister Andreas Otterbein vertrat den Markt Kastl und überbrachte die Grüße von Bürgermeister Stefan Braun. In seinen Ausführungen konnte 2. Bürgermeister Otterbein auf seine Besuch 2019 in Kiew zurückgreifen. Hierbei ging er unter anderem auf den Bürgerkrieg in der Ukraine ein. Die strategische Lage der Ukraine sei für Europa von besonderer Bedeutung, dies müsse sich in den politischen Entwicklungen widerspiegeln. Im Namen der Gemeinde wurde der Kastler Krug durch And- reas Otterbein an Botschafter Melnik überreicht. Der Markt Kastl auf dem Weg zur Klimaneutralität mit dem Geschäftsmodell: Klimalandwirt Nachdem der Gesetzgeber die Co2 Emissionen bis 2030 von 40 auf 55 Prozent Einsparung erhöht hat, müssen neue Wege gefunden werden, um diese Ziele auch im ländlichen Bereich zu erreichen. Aus diesem Grund fand vor kurzem eine Infoveranstaltung zu diesem Thema auf der Terrasse des Sportheims des TuS Kastl mit ausgesuchten Gästen und Referenten statt. Norbert Bleisteiner aus Brünnthal, Leiter des Fachzentrums für Energie und Landtechnik der Fachhochschule Triesdorf bei Ansbach, hatte mit Bürgermeister Stefan Braun dazu u.a. Prof. Dr. Bernhard Bauer von der Hochschule Weihenstephan -Triesdorf, Jonas Nelhiebel, Ranger des Naturparks Hirsch- wald, Kurt Herbinger von der Fa. Farmacts, Johannes Hüttner und Maximilian Graml, konventioneller bzw. Bio-Landwirt, Markus Heinz, Pflanzenbau und Versuchswesen der Schule in Triesdorf, den Landrat von Weißenburg-Gunzenhausen, Ma- nuel Westphal und vom Mittelstand den Kastler Apotheker Karl Luschmann, der auch Geschäftsführer der Fa. Pharma Stulln mit 300 Mitarbeiter ist, eingeladen. Norbert Bleisteiner, der auch Vorstand des TuS Kastl ist, meinte in seiner Begrüßung, dass er und der Markt Kastl be- reits verschiedene Projekte zur Biodiversität gestartet haben. Unter anderem die in der Nähe liegende Blühfläche, die die nächsten 5 Jahre sich selbst überlassen wird und vor allem dem Insektenschutz dient. Jetzt ist man bestrebt- nicht nur die Biodiversität zu verbes- sern sondern hat sich auch an Projekte für die Klimaneutrali- tät gewagt. Voraussetzung ist die Erfassung der Ist-Situation, die Ermittlung von Einsparpotenzialen, der Einsatz von er- neuerbaren Energien und vor allem Kompensation des CO2- Ausstoßes durch Einsparung und Bodenverbesserung. Danach erläuterte Bürgermeister Stefan Braun, der die Besu- cher darüber aufklärte dass sie sich im Landschaftsschutzge- biet Lauterachtal und im Naturpark Hirschwald aufhalten, die Maßnahmen des Marktes Kastl zu diesem Thema: Die Erfas- sung des bisherigen CO2-Ausstoßes durch Mobilität, Strom und Wärme war bisher 477 to CO2 . Durch den Einbau einer Solarheizungsanlage im Freibad, die Badewassertemperaturen von 28 Grad bringt, durch Nahwärme durch ein Hackschnit- zelheizwerk und durch die Beteiligung am Kastler Windrad wurde der CO2-Ausstoß auf über die Hälfte gesenkt. Weitere Einsparungen ergeben sich durch die energetische Sanierung der Schule, gemeindeeigene PV-Anlagen und E- Mobilität, die demnächst beim Bauhof ausprobiert werden soll, so dass die Tendenz auf die Klimaneutralität zugeht. Prof. Dr. Bernhard Bauer nannte weitere Möglichkeiten der Bodenverbesserung durch eine höhere Humusdecke, die durch spezielle Bodenbearbeitungsmethoden, mit neuen Ma- schinen und Zwischenfruchtanbau erreicht wird, der gleich- zeitig Wasser- und Klimaschutz ist und die Böden nicht mehr so rasch austrocknen lässt. Dies ist bei allen landwirtschaftli- chen Bewirtschaftungsformen denkbar, ob Bio oder Normal, der natürliche Dünger der durch die Pflanzen im Boden ver- bleibt und zur Humusbildung beiträgt, erspart den Kunstdün- ger, der ja auch bei der Herstellung schon einen hohen CO2- Ausstoß hat. Der Landrat von Weißenburg-Gunzenhausen, Manuel West- phal, meinte anschließend, dass in seinem Landkreis zahlrei- che Zulieferer der Autoindustrie mit einen hohen CO2- Ausstoß vorhanden sind, die durch die Autoindustrie zur Kli- maneutralität gedrängt werden. In seinem Landkreis wurde eine Ist-Aufnahme gemacht, ein Bienen- und ein Klimapro- jekt ins Leben gerufen und ein Einsparkonzept erstellt. Außerdem gibt es regionale Partnerschaften, die alle ein Ziel haben, nämlich die Klimaneutralität. Eine weitere Möglichkeit bei der Biodiversität neben der Bo- denverbesserung ist die Aufwertung und Pflege vorhandener Landschaftselemente, so Norbert Bleisteiner. Für über 100 Hektar wurden im Gemeindegebiet die bestehenden Land- schaftselemente wie Heckenraine, Streuobstwiesen, Biotop- bäume, etc. kartiert. Verbesserungsvorschläge: Heckenpflege nach abgestimmtem Konzept, Biotopbäume und Anbringung von Nistkästen, Anlage von Steinhaufen und Totholz, also die Schaffung von Habitaten, Obstbäume für die Anlage von Streuobstwiesen. Da sich das Ganze auch lohnen soll, ist Folgendes angedacht: Durch die Bodenverbesserungen und somit Erhöhung der Biodiversität, werden nach einigen Jahren sogenannte CO2- Zertifikate, analog den Klima-Zertifikaten ausgestellt. Die Ausstellung erfolgt durch die Firma Farmact, die mit entspre- Der Landrat von Weißenburg-Gunzenhausen, Manuel Westphal, erläuterte seinen Kastler Zuhörern das Klimaschutzkonzept in sei- nem Landkreis

RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwMDQ=