Schweppermannsbote Juni 2024

24 oder gebrochenen Bäume und Gipfel rechtzeitig zu verräumen, dann bindet sich der Borken das Latzerl um und beginnt frisch-fröhlich-fromm-und-frei sein Fraß- und Vermehrungsgeschäft. Dann erweitern sich die Käferlöcher und es gibt vielleicht auch Neue dazu, da kann dann wieder der Wind rein undsoweiterundsofort. Sie merken auf was ich hinaus will? Genau! WIR haben es weitgehend in der Hand ob und wie viel Schäden in unseren Fichtenwäldern entstehen. Zumindest können wir die Menge erheblich begrenzen und eindämmen – oder eben auch nicht. Klar: Jammern und die Schuld bei anderen (nur nicht bei sich selber) suchen ist natürlich viel leichter. Sollte sich jetzt jemand durch meine Formulierung beleidigt fühlen, dann möge er oder sie einmal nachdenken: Warum eigentlich? ENTWEDER Sie haben ihre „Wald-Hausaufgaben“ gemacht, dann brauchen Sie sich nicht getroffen fühlen, denn dann meine ich Sie ganz sicher nicht. Wenn Sie Sich aber ertappt fühlen … Sie kennen die Redensart „Einen Schuh zieht sich nur der an, dem er auch passt“ ? Jedenfalls sage ich das nicht um irgendjemand zu beschuldigen, ein schlechtes Gewissen zu machen oder da wie ein Oberlehrer schlechte Zensuren zu verteilen, sondern ich versuche die Zusammenhänge und die eigenen Möglichkeiten der Abwehr den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern bewusst zu machen, aufzurütteln, wach zu machen, „Aktivität“ hervorzurufen, damit eben genau diese Leute ihren Wald schützen und bewirtschaften und neuen Schäden vorbeugen. Die Vergangenheit ist rum ums Eck – die können wir nicht mehr ändern. Aber wir können unser Verhalten für die Zukunft ändern. Nur wer glaubt, dass er bisher alles richtig gemacht hat, wird auch keine Notwendigkeit für eine Verhaltensänderung sehen. Da liegt der Hase im Pfeffer. Deswegen muss ich da ein bisschen bohren. Wenn es also gut werden soll, dann geht es konkret um 2 Dinge: 1. Bis Ende April soll alles Fichtenschadholz aus dem Wald entfernt sein. 2. Gerade an neuen Windwurf / Käferlöchern muss ab da regelmäßig alle 1-2 Wochen bis Ende September „Patrouille“ gelaufen, nach Bohrmehl / Nadelabfall / roten Kronen geschaut und bei frischem Befall sofort gehandelt werden. Mittelfristig geht es noch um 2 weitere Maßnahmen: 1. Regelmäßige Durchforstung aller jüngeren und mittelalten fichtenhaltigen Bestände um sie einerseits zu stabilisieren und andererseits zu schnellerem Dickenwachstum anzuregen, sodass sie 20 – 40 Jahre früher erntereif werden. Das ist einerseits gut für den Geldbeutel des Eigentümers und andererseits reduziert es die „Gefährdungsdauer“. Mit „Durchforstung“ meine ich übrigens NICHT die Entnahme von Dürren oder Unterständern, sondern ich rede von Hochdurchforstung. Wer nicht weiß was das ist, aber die Gefahr für seinen Wald trotzdem reduzieren will: BiWa mitmachen (siehe Homepage des Amtes: www.aelfna.bayern.de) und einen Termin mit mir ausmachen. 2. Alte Fichtenbestände eben nicht wieder auf Fichte verjüngen, sondern gezielt andere widerstandsfähigere standortsgerechte Baumarten pflanzen. Dafür, dass wir von Sturm und Käfer verschont bleiben, können wir nur beten – aber dafür dass unser Wälder widerstandsfähiger werden, dafür können wir selber etwas TUN. In Afrika gibt es ein Sprichwort, das sagt: „Wenn wir die Steine heranschaffen, dann wird Gott für den Mörtel sorgen.“ In diesem Sinne wünsche ich uns und dem Wald ein gedeihliches Jahr und aktive Waldbesitzerinnen und -besitzer. Auch wenn es manche Waldbesitzer nicht wahr haben wollen… ...Aber mit dem Ausräumen eines Käfernestes ist das Thema Borkenkäfer damit nicht erledigt. Es gibt immer Käfer die noch unterwegs sind und eben nicht mit dem befallenen Holz abgefahren wurden und die liebend gerne da weitermachen, wo ihre Kollegen jäh bei ihrer Arbeit unterbrochen wurden. Eine Nachkontrolle alle 14 Tage (oder auch weniger) bis in den Oktober ist zwingend notwendig. Andernfalls kann es leicht sein, dass man 6 Wochen später vor genau dem selben Problem (oder einem Größeren) steht. Ein weiterer Irrglaube ist, dass mit dem Fällen und dem Rücken, bzw. Anschlichten des Holzes am Waldrand alles erledigt sei. Definitiv nein! Erledigt ist das Thema dann, wenn das Holz entweder  Rechtzeitig (!) abgefahren worden ist  Oder gehäckselt wurde  Oder entrindet wurde  Oder mehrere hundert Meter weg aus dem Fichtenwald, am besten auf der freien Feldflur gelagert wird.  Oder mit einem zugelassenen Insektizid behandelt wurde (Achtung: Das hält nur ca. 3 Monate, danach ist wieder ein Befall möglich!) DANN ist zumindest der Käfer, der darin war, unschädlich gemacht. Die Notwendigkeit der Nachkontrolle am Waldort bleibt aber davon unberührt bestehen. Ich weiß, das ist lästig, ich weiß, ich nerve damit und viele können das schon nicht mehr hören, aber die sehen auch nicht, was ich mir den ganzen Sommer alles für …. „Ungereimtheiten“ anschauen und mit den Leuten diskutieren muss. Bei manchen sind da Meinungen unterwegs, da stellt es einem die Haare auf! Und Ja, auch das ist richtig: Das hier ist „die reine Lehre“. Dass es manchmal wirklich nicht geht wie es soll, ist mir auch klar (und da nehme ich mich und den Gemeindewald ausdrücklich nicht aus!) – aber andererseits bewundere ich auch den Einfallsreichtum mancher Waldbesitzer, wenn es darum geht Ausflüchte zu finden, warum sie leider, leider noch mit der Käferbekämpfung warten müssen. Gerade die, die sich wirklich Mühe geben und die sich vielleicht durch meine Zeilen hier zu Unrecht ermahnt fühlen, machen sich keine Vorstellung davon wie dappig und einfältig manche Leute sich stellen, was sie aber in Wirklichkeit gar nicht sind. Da könnte man Bauerntheaterstückln drüber schreiben! Wenn nur bei denen der Käfer fressen würde, könnte es mir wurscht sein, aber der geht halt auch über die Grenze zu denen, die ihren Wald in Ehren halten und schützen und dann unter den „weniger Motivierten“ zu leiden haben – und da hat der Spaß dann ein Loch – genau genommen viele Löcher … Einbohrlöcher! Und dann gibt’s da noch die ganz anderen mit mehr oder minder viel Wald, die jahrzehntelang zu knickert waren Holz zu machen. Zuerst, weil sie dann ja Steuer zu bezahlen gehabt hätten, dann war ihnen der Holzpreis zu niedrig und jetzt werden die auf einmal pampig und sagen: „ Wenn i für die Aufarbeitung genauso vül oder mehra zohln muas, wia i fürs Holz kriag, dann scheiß i doch in den Wold nei, na kann mi der Käfer am A… lecken. Na lass i`s steh!“ Wortwörtlich! So eine Einstellung geht gar nicht. Die Frage, warum diese und andere Leute nicht verstehen wie sehr sie sich und anderen mit ihrem die Käferbekämpfung vorsätzlich hinauszögern und

RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwMDQ=