Schweppermannsbote Juni 2023

34 erhilfeverein übermittelten Daten für die vorgenannten Erklärungen sowie deren elektronische Übermittlung durch den Lohnsteuerhilfeverein im Rahmen der Hauptfeststellung. In diesem Fall sind allerdings die Vorgaben des § 87d AO zu beachten. Hierbei ist insbesondere auf die Pflicht nach § 87d Absatz 2 AO hinzuweisen, nach der die Lohnsteuerhilfevereine entsprechende Daten zur Identifizierung des Auftraggebers in geeigneter Form aufzeichnen und fünf Jahre aufbewahren müssen. Warum muss ich überhaupt eine Grundsteuererklärung abgeben? Die ab dem 1. Januar 2025 geltenden Grundsteuerbemessungsgrundlagen müssen infolge der Reform vom Finanzamt neu festgestellt werden. Die dafür notwendigen Angaben liegen dem Finanzamt nicht, nicht vollständig oder nicht immer in aktueller Fassung vor und müssen deshalb von den Steuerpflichtigen im Rahmen der Grundsteuererklärung erklärt werden. Warum muss ich in der Grundsteuererklärung Angaben machen, die dem Staat bereits vorliegen? Der Steuerverwaltung liegen die für die Berechnung der neuen Bemessungsgrundlage notwendigen Daten zu den Grundstücken bzw. Betrieben der Land- und Forstwirtschaft nicht, nicht vollständig oder nicht immer in aktueller Fassung vor. Nur die wahrheitsgemäß und nach bestem Wissen und Gewissen gemachten Angaben in den Steuererklärungen bilden eine belastbare Datengrundlage für die Besteuerung. Das Vorhandensein und die Aktualität aller für die Grundsteuerreform erforderlichen Daten bei den Finanzämtern auf den Feststellungszeitpunkt 1. Januar 2022 wäre ohne die Abgabe der Steuererklärungen nicht gewährleistet. Eine direkte Übernahme von Daten aus dem Liegenschaftskataster ist nicht möglich, da die Vermessungsverwaltung und die Steuerverwaltung von unterschiedlichen Einheiten ausgehen: Die Vermessungsverwaltung konzentriert sich auf die Flurstücke. Für die Berechnung der Grundsteuer hingegen ist der Umfang der „wirtschaftlichen Einheit“ entscheidend. Eine wirtschaftliche Einheit kann aus mehreren Flurstücken bestehen oder auch nur Teile von Flurstücken umfassen. Ein Steuerpflichtiger kann zudem mehrere wirtschaftliche Einheiten haben bzw. an mehreren wirtschaftlichen Einheiten beteiligt sein. Von der Steuerverwaltung ist eine Aufteilung der Flurstücke und Gebäude in wirtschaftliche Einheiten allein anhand von Eigentümerdaten nicht möglich. Für die Aufteilung in wirtschaftliche Einheiten ist vor allem entscheidend, wie der Steuerpflichtige die Objekte nutzt. Darüber hat die Steuerverwaltung keine ausreichende Kenntnis. Aus diesen Gründen ist zwingend erforderlich, dass von den Steuerpflichtigen Grundsteuererklärungen abgegeben werden. Können auch ausländische Personen die Grundsteuererklärung mit ELSTER abgeben? Auch ausländische Personen besitzen Grundstücke und Betriebe der Land- und Forstwirtschaft in Bayern, für die eine Grundsteuererklärung abzugeben ist. Eine Abgabe der Grundsteuererklärung für diese Personen ist seit dem 1. Juli 2022 auch elektronisch über ELSTER möglich. Sofern in Deutschland nicht meldepflichtige Personen nicht bereits eine inländische Steuer-Identifikationsnummer oder Steuernummer besitzen, muss folgender Weg beschritten werden: Sie müssen zunächst beim Finanzamt Neubrandenburg eine Steuernummer für ELSTER beantragen und können sich dann mit dieser Steuernummer ganz normal als „Organisation“ unter www.elster.de registrieren. Hingewiesen sei hierbei darauf, dass sich das Finanzamt Neubrandenburg im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern befindet. Daher ist bei der Registrierung in Mein ELSTER als Land „MecklenburgVorpommern“ auszuwählen. Mit dem - durch die erhaltende Steuernummer erzeugten - ELSTER-Zertifikat kann dann die Grundsteuererklärung elektronisch abgegeben werden oder Anträge oder Belege elektronisch übermittelt werden (sobald die Verfahren zur Verfügung stehen). Unter www.elster.de sind über die Suche z. B. mit dem Suchbegriff „Ordnungsbegriff beantragen“ weitere Einzelheiten und der Antrag für das Finanzamt Neubrandenburg zu finden. Das Finanzamt Neubrandenburg ist lediglich für die Registrierung ausländischer Datenübermittler zuständig, soweit die ausländische Person kein anderes deutsches Ordnungskriterium besitzt. Warum müssen in der Grundsteuererklärung Angaben zu den Miteigentümern gemacht werden? Die Äquivalenzbeträge eines Grundstücks bzw. der Grundsteuerwert eines Betriebs des Land- und Forstwirtschaft im Bruchteilseigentum sind anders als bei einer Gesamthandschaft nicht der Gemeinschaft, sondern unmittelbar den Miteigentümern zuzurechnen (§ 39 Absatz 1 AO). Bei der Adressierung und Bekanntgabe der betreffenden Bescheide ist AEAO zu § 122 zu beachten. Zur richtigen Zuordnung der wirtschaftlichen Einheit (Grundstück bzw. Betrieb der Land- und Forstwirtschaft) und Bekanntgabe sind deshalb die Daten aller Miteigentümer nötig. Ergänzend wird auf § 10 GrStG (Steuerschuldner der Grundsteuer) verwiesen: (1) Schuldner der Grundsteuer ist derjenige, dem der Steuergegenstand bei der Feststellung des Grundsteuerwerts zugerechnet ist. (2) Ist der Steuergegenstand mehreren Personen zugerechnet, so sind sie Gesamtschuldner. Anders verhält es sich bei Wohnungseigentum- bzw. Teileigentum, das eine eigene wirtschaftliche Einheit bildet. Hier entfallen deshalb die Angaben zu den Miteigentümern des gemeinschaftlichen Eigentums. Die Eintragungen sind nicht vorzunehmen, außer das Wohnungs- bzw. Teileigentum steht seinerseits im Bruchteilseigentum. Vermutlich handelt es sich vorliegend um Wohnungseigentum, dann würden sich bei Alleineigentum die Eintragungen erübrigen. Bessere Steuervorteile für die Arbeit im Homeoffice Für einen Teil der Beschäftigten im Büro hatte Corona auch sein Gutes. War früher die Arbeit im Büro Standard, so hat sich die Arbeitswelt seither modernisiert. Nicht alle Arbeitgeber pochen mehr auf eine dauernde Präsenz in der Firma. Lohnsteuerhilfe Bayern

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