10 Zudem besteht die Angst, dass neue Biotope entstehen und man sich damit zusätzliche Auflagen einholt. Hüttner unterstützt den Aspekt des Humusaufbaus, doch er sieht, angesichts des Klimawandels, besondere Herausforderungen, diesen auch umzusetzen und nachzuweisen. Die Humusverhältnisse im Boden unterliegen vielfältigen Einflussfaktoren, die nicht allein in der Arbeit und Wirtschaftsweise der Landwirte gründen. Stefan Braun, erster Bürgermeister der Marktgemeinde Kastl, berichtete über seine Erfahrungen als Vertreter einer Kommune. Auch er habe bemerkt, dass viele Landwirte bei weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität eher reserviert sind. In diesem Zusammenhang lobte er die fachkundige Projektbegleitung durch das Fachzentrum für Energie und Landtechnik. Solche Prozesse brauchen Aufklärung, Moderation für die Öffentlichkeit und Abstimmung zwischen den Partnern. Er sieht seine Kommune auf einem guten Weg. In Kastl ist es mit eigenen Maßnahmen gelungen, die CO2-Emissionen bereits deutlich zu reduzieren. Braun schätzt sehr die lokalen Kompensationsmöglichkeiten durch die Kooperation mit den Landwirten vor Ort. Wichtig ist für ihn, dass man auch transparent macht, was getan wird. Ganz unter dem Motto der Aktionstage in Kastl „Sehen-Anfassen-Tun“! Von der Rolle des Naturparks Hirschwald berichtete dessen Geschäftsführerin Isabel Lautenschlager. Sie und ihre Mitarbeiter unterstützten und beteiligten sich an verschiedenen Maßnahmen, von Obstbaumpflanzungen, Aktionstagen zur Heckenpflege, Aufhängung von Nistkästen, Humusuntersuchungen, Bildungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit. Herausragend ist für Lautenschlager das gemeinsam entwickelte Bildungsangebot für Nachhaltige Entwicklung für Grund- und Mittelschulen. Auch hier wurde unter dem Motto „Sehen-Anfassen-Tun“ gearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler packten tatkräftig bei der Heckenpflege mit an. Es wurden Hecken auf Stock gesetzt, Bäume gepflanzt und Nistkästen aufgehängt. Mit der konkreten Zusammenarbeit der Partner in Kastl hatte sie auch das ideale Praxis-Beispiel für ihre bayerischen Naturpark-Kollegen. Für sie geht der Weg weiter – das Monitoring der Flächen in Kastl-Mennersberg, die Maßnahmen mit den Landwirten, aber auch das Bildungsangebot für Schulen und Kitas. Auch Landrat Manuel Westphal (Landkreis WeißenburgGunzenhausen) zeigte sich zufrieden. Neben den acht Kommunen und elf Unternehmen übernahm auch der Landkreis selbst eine Patenschaft (30 ha). Wichtige Pluspunkte sind für ihn die tolle Begleitung bei der Umsetzung sowie das Monitoring seitens des FELs. Die Zertifizierung des Projekts und die fortgeschrittene Auditierung runden für ihn das Projekt ab. Die Beteiligung am Projekt bringe viele Vorteile für Gesellschaft und Klimapaten. Biodiversität und Umweltmaßnahmen konnten alle Akteure im Pomoretum der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf im Rahmen einer Führung erleben. Gärtnermeister Simon Schnell erläuterte die Anlage mit 1700 Sorten Äpfel, Birnen und Zwetschgen. In Triesdorf werden die verschiedenen Anbauoptionen in der Praxis gezeigt: von Streuobstgelände, klassischer Anlagenpflanzung mit Halbstammbäumen und Spindelbäumen zur Sortensicherung. Pflegeaufwand, Arbeitsprozesse und Biodiversitätswirkung unterscheiden sich dabei enorm. Kurz gesagt, Streuobstwiesen sind für Sortenerhaltung und Biodiversität wertvoller. In der Realität entscheiden Verbraucherinnen und Verbraucher mit ihren Kaufentscheidungen über die Gestaltung der Anbauverfahren und die Vielfalt im Obstanbau. Wichtig ist, Verständnis zu schaffen und Biodiversität integrativ zu gestalten. Das Projekt wird fortgesetzt und ist offen für weitere Interessenten, Landwirte, Kommunen und Unternehmen oder Finanzdienstleister. Weitere Informationen sowie ein ausführliches Video zum Projekt sind auf der Homepage der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf verfügbar (https://www.triesdorf.de/ projekte-fel). Interessenten wenden sich bitte an Franziska Sippl, Fachzentrum für Energie und Landtechnik Triesdorf (franziska.sippl@triesdorf.de). Annette Schmid FEL Triesdorf ÖFFNUNGSZEITEN: Tel.: 09625 / 9091188 * https://gemeindebuechereikastl.de Sonntag 10:15 – 11:30 Uhr Dienstag 17:00 – 18:30 Uhr Donnerstag 17:00 – 18:30 Uhr Gemeindebücherei Kastl Liebe Freunde der Kastler Bücherei, Bei unserem „Tag der offenen Tür“ haben wir wieder allen Interessenten die große Anzahl von über 350 neuen Büchern und Medien für alle Altersgruppen vorgestellt. Darunter auch die neue Mediengruppe der Mangas. Außerdem gibt es Mitte Dezember nochmals einen kleinen Schwung an aktueller Literatur für alle Altersklassen. Kommen Sie vorbei und entdecken Sie das große Angebot der Kastler Bücherei. Unser großes, aktuelles und interessantes Angebot von ca. 9.500 Büchern und Medien in der Bücherei und online unter https://leo-nord.onleihe.de/, nochmals fast 30.000 E-Medien (E-Books, e-Magazine, e-Audios und e-Paper) steht rund um die Uhr an 365 Tagen zur Ausleihe zur Verfügung. Neben der Ausleihe von Büchern und Medien, bietet das Team auch das ganze Jahr hindurch diverse Veranstaltungen für Groß und Klein an. Dies ist ein weiterer Schwerpunkt in Foto: Annette Schmid
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