27 Die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) zahlt sich aus: Durch den Zusammenschluß der Gemeinden Ammerthal, Ebermannsdorf, Ensdorf, Hohenburg, Kastl, Rieden, Schmidmühlen und Ursensollen stand 2026 erstmals ein Regionalbudget der ILE zur Förderung von Kleinprojekten zur Verfügung. Der Großteil der Gelder stammt aus Töpfen der Europäischen Union (EU). Damit fördert die EU konkrete Projekte im ländlichen Raum. Land und Bund steuern eine Kofinanzierung bei. Bei großer Resonanz wurden insgesamt 36 Projektanträge eingereicht- mit einem beantragten Fördervolumen von 230.000 Euro. Es standen aber nur 75.000 Euro zur Verfügung. Das Amt für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth teilt das Geld aus. Für Projekte gibt es 90 Prozent der Kosten, die restlichen 10 Prozent werden von den acht Gemeinden als Eigenanteil getragen. Bei der Auswahl der Projekte wurde darauf geachtet, dass sie einen breiten Nutzen für die Bevölkerung bieten und das Miteinander der Gemeinden untereinander stärken. Ein Schwerpunkt lag auf der Aufwertung von Begegnungsorten. So wurde ein Jugendraum in Ammerthal, Sitzmöglichkeiten in Ebermannsdorf am Skaterpark und ein Ort der Begegnung in Diebis gefördert. Im Klosterpark Ensdorf laden ChilloutLiegen zum Verweilen ein. In Ursensollen werden Planeten- und Sonnenliegen angeschafft und eine Begegnungsstätte mit Feuerschale, Grillrost und Sitzgarnitur erstellt. In Ensdorf wird der Kirwa- und Bolzplatz aufgewertet und für die Hohenburger ein Festzelt angeschafft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Bildung und Nachwuchsförderung der Kinder. Der Naturpark Hirschwald wird ein Naturtagebuch für Kinder entwickeln- in der Kastler Grundschule entstehen neue Hochbeete für den Schulgarten und die Blaskapelle St. Georg Rieden stärkt mit einer Bläserklasse gezielt die musikalische Nachwuchsarbeit. Die Feuerwehr Kastl erhält ein Kinderfeuerwehrauto, damit der Nachwuchs im Ehrenamt gefördert werden kann. Außerdem wird für die Kastler Bücherei eine Outdoor – Medienrückgabebox angeschafft. Abschließend zog die ILE Oberpfälzer Jura ein sehr positives Fazit der ersten Förderrunde. Die große Anzahl und die Vielfalt der eingereichten Projekte zeigt, wie aktiv und engagiert die Menschen in den acht ILE-Gemeinden sind. Verbessertes ÖPNV-Angebot im Bereich der ILE Oberpfälzer Jura Eines von vielen Themen, das Gemeinden beschäftigt, ist die Mobilität. Insbesondere im ländlichen Raum ist die Abhängigkeit von Auto & Co. mangels attraktiver Alternativen besonders groß. Wer nicht schon auf ein Elektro-Auto umgestiegen ist, bekommt zwangsläufig die derzeit hohen Spritpreise zu spüren. Anfang März 2026 riss der Spritpreis die 2 €-Marke und dabei blieb es nicht. In den darauffolgenden Tagen und Wochen stiegen die Preise weiter an und sorgten teils für Warteschlangen vor der Tankstelle mit den niedrigsten Preisen. Für alle, die nach Alternativen zu hohen Spritpreisen suchen, könnte sich ein Blick in die neuen Fahrpläne des ÖPNV lohnen. Mit Beginn des Jahres profitiert die Region von einem verbesserten Nahverkehrsangebot in Stadt und Land. Seitdem verkehrt zwischen den Städten Amberg und Neumarkt die Expressbuslinie 460E, an die das Liniennetz in Richtung Mendorferbuch angepasst wurde. Zudem ist Ammerthal seit 01.01.2026 an den Amberger Stadtverkehr angebunden. Weitere Verbesserungen folgen im Laufe des Jahres: Ab Sommer 2026 wird das Linienangebot nach Hohenburg leicht ausgeweitet und ab Herbst 2026 fahren nahezu alle Busse, die aus dem Vilstal kommen oder dort hinfahren, das Industriegebiet Süd und damit das Siemensgelände an. Wie sieht das verbesserte Angebot aus? Ausbau der Verbindung Amberg – Neumarkt und Anknüpfungen an die Linie 460E (Gemeinden Kastl, Ursensollen, Hohenburg, Schmidmühlen/ Winbuch) Die neu geschaffene Expressbuslinie 460E zwischen Amberg und Neumarkt bedient die auf der Strecke liegenden Haltestellen montags bis freitags zwischen 5 Uhr morgens und 21 Uhr abends im Stundentakt. Wie sich auf der Kastler Bürgerversammlung herausstellte, hat das verbesserte ÖPNVAngebot schon erste Fans gewonnen: Eine Bürgerin berichtete dort begeistert von ihren Erfahrungen. Der Expressbus verbessert auch am Wochenende das Nahverkehrsangebot: Samstags fährt er zwischen 7 Uhr und 21 Uhr im Stundentakt und sonntags zwischen 7 Uhr und 18 Uhr im Zweistundentakt. Von Montag bis Samstag besteht ab 21 Uhr bis einschließlich 24 Uhr bis zur Haltestelle im Kastler Ortsteil Pattershofen die Möglichkeit, einen Rufbus zu nutzen. Der neue Fahrplan ist besonders an die Abfahrtszeiten der S-Bahn in Neumarkt angepasst, sodass der Bus für eine bessere Anbindung nach Nürnberg sorgt. Die Ausweitung der Linie 460E auf einen Stundentakt macht die Nutzung des ÖPNVAngebots für PendlerInnen attraktiver. Weiterhin erleichtert die höhere Taktung die Erledigung kleinerer Einkäufe, private Besuche und Arztfahrten, da bis zur nächsten Busabfahrt nur noch überschaubare Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen. Zudem bieten sich Wochenendausflüge mit dem ÖPNV an: Dazu zählen Fahrten in die nächstgelegene Stadt sowie nach Nürnberg und Regensburg, ebenso wie Wander- und Radtouren in der näheren Umgebung, deren Start- und Zielpunkte sich in der Nähe von ÖPNV-Haltestellen befinden. Ein weiterer positiver Aspekt, den die Expressbuslinie bietet, kommt allen entgegen, die für Fernreisen gerne mit der Bahn fahren. Dank der höheren Taktung, selbst am Wochenende, wird sowohl bei der Hinfahrt als auch bei der Rückfahrt in der Regel kein privat organisierter Shuttle zum nächsten Bahnhof in Amberg oder Neumarkt mehr benötigt. Wie bereits eingangs erwähnt, profitiert die Bevölkerung im Raum Mendorferbuch dank einer Anbindung an die Linie 460E ein Stück weit von deren Verbesserung. Zwischen dem Halt in Hohenkemnath und Mendorferbuch verkehrt im ein- bis zweistündigen Takt ein Bus (Linie 462). An Schultagen werden nachmittags in Richtung Mendorferbuch regulär alle Haltestellen der Strecke zum Aussteigen angefahren, in Richtung Amberg, an schulfreien Tagen sowie am Wochenende besteht das Angebot überwiegend aus Rufbussen. Sowohl in Fahrtrichtung Neumarkt als auch in Fahrtrichtung Amberg ist der Bus nach Mendorferbuch so angeknüpft, dass kaum Wartezeit entsteht. Gleiches gilt für den Umstieg aus Amberg bzw. Neumarkt kommend in Richtung Mendorferbuch. Die Anpassung der Linie 462 an den Expressbus eröffnet desweiteren die Möglichkeit, ohne Umweg über Amberg von Mendorferbuch beispielsweise nach Kastl oder Ursensollen zu kommen. Erweiterung des Amberger Stadtverkehrs bis Ammerthal Doch nicht nur zwischen Amberg und Neumarkt hat sich das Nahverkehrsangebot verbessert, Ammerthal ist seit Jahresbeginn an den Amberger Stadtverkehr angebunden. Das sorgt werktags für eine stündliche Busverbindung ab 5 Uhr mor-
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwMDQ=