Schweppermannsbote Dezember 2024

30 den Saftstrom und bringen den Baum zum Absterben. Jetzt um diese Jahreszeit werden keine neuen Bruten mehr angelegt, aber ca. 80% der Käfer überwintern im Baum und ca. 20% im Boden. Solange die Rinde noch dran ist, sind die Käfer drin. Fällt sie ab, kriechen die Käfer in den Boden und kommen im Frühjahr wieder heraus. Manche Käfer bohren sich aber auch in frische Bäume ein OHNE eine Brut anzulegen, also ohne Unterbrechung des Saftstroms. Diese Bäume sind eigentlich nicht zu erkennen: Kein Bohrmehl, keine rote Krone, kein Rindenabfall. Erst im Frühjahr schreiten sie zur schönsten Nebensache der Welt und zur Brutanlage mit bekanntem Ergebnis. Konsequenz: Solange man die erkennbar befallenen Bäume noch mit Rinde ins Sägewerk oder weitab des Waldes verbringt, hat man zumindest diese Käfer schon mal auf Nimmerwiedersehen verschickt. Wartet man hingegen bis sie ausgeflogen sind oder die Rinde abgefallen ist (oder beim Fällen und Rücken abgeht) dann hat man dem Käfer ein warmes Einladungsschreiben zukommen lassen: „Bitte, bitte, beehre mich im nächsten Jahr wieder. Ich freue mich sehr auf Dich!“ Meistens nimmt er die Einladung auch an. Ist die Rinde erst mal ab, ist der Schuss unwiederbringlich draußen. Nun ist es so, dass der Käfer in einem Baum durchaus in sehr unterschiedliche Stadien gefunden werden kann: In der Mitte fällt die Rinde runter, weil die Brut schon wieder ausgeflogen ist, die Krone ist noch grün mit grad frische Eiablage und im unteren Teil sind die Jungkäfer im letzten Larvenstadium. Auch hier ist es so: Je länger man wartet, desto mehr Käfer sind im eigenen Wald im nächsten Frühjahr unterwegs. Man hat es selber in der Hand. Ja, manchmal erlöschen nicht bearbeitete Käferlöcher auch wieder von selber. Das gibt’s! Nur verlassen kann man sich darauf nicht. Nicht jedes Schnackseln führt zu Kindersegen – und doch verlassen sich die meisten darauf nicht, sondern beugen vor. Je konsequenter, desto sicherer das angestrebte Ergebnis. Manchmal ist das Kinderkriegen ja auch erwünscht – aber im Gegensatz dazu kenne ich aber niemanden, der sich auf Borkenkäferbefall freut (außer vielleicht die Sägewerke). Deshalb ist das RASCHE Aus-dem-Wald-bringen der erkannten Käferbäume MIT RINDE auch in Herbst und Winter eine Maßnahme, die geeignet ist, weiteren Befall im nächsten Frühjahr zu verhüten. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ (M. Gorbatschow) „…und beschenkt ihn mit Borkenkäferkahlflächen“ (M. Bartl) Mit freundlichen Grüßen Michael Bartl Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten AmbergNeumarkt i.d.Opf. Hockermühlstraße 53 92224 Amberg ACHTUNG! Neue Telefonnummer. Die alte wird demnächst deaktiviert. Telefon +49 9621 6024-3080 0174 / 34 68 088 Michael.Bartl@aelf-na.bayern.de www.aelf-na.bayern.de Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Einige von Ihnen haben mehr oder minder große Borkenkäferlöcher. So lange es unter 5 Bäumen abging, kann man das so lassen. Wenn jedoch mehr Bäume betroffen waren, kommt es drauf an:  Stehen ausreichend junge Bäume darunter und sein die durch die Aufarbeitung weitgehend verschont geblieben? Glück gehabt! Nix zu tun!  Ist keine ausreichende (und intakte) Verjüngung (mehr) darunter, dann empfehle ich sofortige Wiederaufforstung (Herbst, Winter des selben Jahres) Nun gibt es verschiedene Einwendungen gegen diesen Rat:  „Ich warte erst mal was von selber ankommt“ Ja, prinzipiell halte ich viel von Naturverjüngung, aber wenn schon vorher nix da war, dann wird das auf schlagartig belichteten Flächen schwierig, weil das Unkraut (das deutlich mehr Licht braucht, aber auch viel schneller wächst als junge Bäume) die Fläche besetzt, bevor sich die Bäumchen sicher etablieren können. Auf die Idee wären schon mehr Leute gekommen, aber erfahrungsgemäß steht auf solchen Flächen bei unseren Böden nach 5 Jahren kaum ein Baum, aber dafür Brombeere, Holler und manchmal auch die Dornsträucher schon mannshoch. Dann wird es RICHTIG aufwendig und teuer auf solche Flächen wieder Wald hin zu bekommen. Deshalb rate ich davon ab.  „Wenn ich es jetzt anpflanze und nächstes Jahr geht das mit dem Käfer weiter, dann muss ich den Zaun neu bauen und dann irrt er beim Fällen und außerdem haue ich dann alle gepflanzten Bäume wieder z`samm!“ Ja, die Überlegung ist richtig aber nicht vollständig, bzw. zu kurz gedacht, denn  Wie lange will man warten? 2 Jahre, 3, 5? Der Käfer kann auch nach 6 Jahren wieder kommen und dann hat man die selben Probleme.  Es kann auch Sturmwurf geben, jetzt, später – oder eben auch nicht!  Man muss ja betroffene Bäume nicht in den Zaun oder auf die Freifläche fällen, sondern kann sie auch in den Bestand werfen. Wer einen Motorsägenkurs gemacht hat, weiß wie das geht. Bei Durchforstungen muss man sie ja auch zwischen anderen Bäumen hindurchfällen.  Man kann den Zaun streckenweise umlegen oder kurzfristig abbauen. Das geht gerade bei Scherenzäunen vergleichsweise einfach und flott!  Ist es das Wert, die Nachteile der „Unkrautschlacht“ in Kauf zu nehmen? Denn das ist die Alternative zum „Nicht-Pflanzen“. Oder ist es doch nur eine Ausrede vor sich selber um nix tun zu müssen? Auf der Freifläche (je größer je schlimmer) harren der jungen Bäume viele Gefahren:  Mäuse (vor allem Laubholz – aber nicht nur) Gegenmaßnahmen:  Vorbeugen durch Verjüngung unter Schirm solange der Altbestand noch steht  Chemische Bekämpfung (Pflanzenschutzmittelgesetz beachten!)  Vor allem im Herbst sehr gründlich ausgrasen und Material abtransportieren, da Mäuse vor allem in Gras und Schlagabraum sich halten

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