Schweppermannsbote Juni 2025

21 Ziel hat, kann es auch erreichen. Nur wer ein Ziel hat, kann auch die richtigen / notwenigen Schritte dorthin planen. Wer keines hat, stolpert planlos irr durch die Gegend. Das findet selten ein gutes Ende. Ich wünsche allen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern einen kühlen und regenreichen Sommer. (Sonnenanbeter und Schwimmbadfreunde mögen mir verzeihen!) Mit freundlichen Grüßen Michael Bartl Forstrevier Kastl Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten AmbergNeumarkt i.d.Opf. Hockermühlstraße 53 92224 Amberg Telefon +49 9621 6024-3080 0174 / 34 68 088 Michael.Bartl@aelf-na.bayern.de www.aelf-na.bayern.de Weltgebetstag der Frauen Der Frauenbund Kastl war zu Gast beim Weltgebetstag der Frauen in Illschwang. Mit dabei war auch der evangelische Frauenkreis Illschwang. Auch Pfarrer Johannes Arweck war zu Besuch. Man sagt so schön: „Das eine tun und das andere nicht lassen.“ Das trifft es hier recht gut. 2. Es liegt eine Kahlfläche vor, bzw. es stehen nur noch so wenig Altbäume, dass Kahlflächenklima herrscht und die „Konkurrenzvegetation“ fröhliche Urständ feiert. Wer hier noch auf Naturverjüngung setzt, der handelt bei unseren Jura-Böden grob fahrlässig. Hier ist es nämlich absehbar, dass das schief geht. Erst recht, wenn der Wildbestand zu hoch ist. Mit viel Glück kommt dann alle paar Meter mal ein Baum durch – meistens eine Fichte - oder je nach Ausgangslage auch mal die ein oder andere Buche, aber so weitständig, dass das tief beastete Trampel werden, aber kein vernünftiges Nutzholz – von klimatoleranten Baumarten wie Feldahorn, Vogelkirsche oder Elsbeere ganz zu schweigen. In dieser (beinahe) (Kahlflächen-) Situation kommt man also um die Pflanzung nicht herum, wenn man von seinen Nachfahren nicht nachträglich nochmal ausgegraben und für das abgewatscht werden will, was wir heute verbrechen. Das wollen jedoch manche Zeitgenossen nicht glauben – und probieren es halt erst einmal mit der Naturverjüngung. Das ist aber eigentlich unnötig, denn auf die Idee wären schon Mehrere gekommen und dagegen würde ja auch gar nichts sprechen, wenn es denn funktionieren würde. Tut es aber nicht! Diese Erfahrung haben wir doch nun schon oft genug gemacht! „Ein Schluck genügt, um zu wissen wie das Meer schmeckt – man muss es dazu nicht aussaufen!“ um ein Sprichwort aus dem Mittelmeerraum zu zitieren. Vor allem aber gibt es dem Unkraut mehrere Jahre Vorsprung und wenn man dann einsehen muss, dass es (oh Wunder!) leider doch nicht ganz so geklappt hat mit dem von selber Anfliegen lassen wie geplant, dann steht man vor einer Wand aus Brombeere, Heckenrose, Weiß- und Schwarzdorn, Holler und Hasel mit jeder Menge Wespennester, Staunsen, Zecken, Brennesseln und allem was man sonst so nun überhaupt nicht brauchen kann. Dann wird es RICHTIG teuer und eine – pardon – Scheißarbeit! Das hätte man aber vermeiden können, wenn man 1. Schon mit der Verjüngung begonnen hätte als der Altbestand noch gestanden hat oder, im Falle eines ungeplanten Kahlschlags (Käfer, Sturmwurf) 2. Zumindest sofort mit dem Pflanzen begonnen hätte, bevor sich die Konkurrenz hat etablieren können. Hätte... hätte… Fahrradkette! „Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren – der zweitbeste ist jetzt.“ stand kürzlich auf der letzten Seite der AZ. „Kluge Leute machen immer neue Fehler – Dumme machen immer wieder die Selben.“ Manchmal kann man aber auch aus den Fehlern der Anderen lernen – man muss nicht Jeden immer selber machen. Drum schreib ich mir hier die Finger wund. Also, langer Rede kurzer Sinn: 1. Wenn eine Schadfläche entstanden ist, dann schiebt die Wiederaufforstung nicht auf die lange Bank – das rächt sich bitter! 2. Beginnt rechtzeitig mit der Verjüngung auf klimatolerante Baumarten insbesondere der Altbestände wo hohe Anteile von Fichte und Kiefer drin sind bevor (!) Euch Schadereignisse dazu zwingen. Das gilt besonders dann, wenn man wenig / keine Zeit hat, denn so hat man auf lange Sicht die wenigste Arbeit. 3. Das Wichtigste aber ist, dass man sich ein ZIEL mit seinem Wald setzt: WELCHE BAUMARTEN will ich zu WELCHEN ANTEILEN bis WANN in meinem Wald auf WELCHEN TEILFLÄCHEN vertreten haben? Darüber muss man sich klar werden. Nur wer ein Hier hat der Käfer zugeschlagen. Soeben schickt sich das Unkraut an die Fläche zu übernehmen. Waldbesitzer! Hier ist es allerhöchste Eisenbahn! Frauenbund Kastl

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