Schweppermannsbote Juni 2026

29 Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck stärkte sich die Exkursionsgruppe im Niederwinklinger Gasthaus „Zum Heinerl“. Dort bot sich bei einer Vorstellungsrunde die Gelegenheit, mehr über die weiteren Teilnehmenden und deren Berührungspunkte zur ILE zu erfahren. Nachmittags besuchte die Gruppe die ILE Gäuboden im Rathaus in Straßkirchen. Die dortige ILE besteht aus insgesamt sieben Mitgliedsgemeinden und wurde 2011 gegründet. Die Teilnehmenden informierten sich bei der ILE Gäuboden insbesondere zur interkommunalen Zusammenarbeit der Verwaltungen, die innerhalb der ILE Oberpfälzer Jura ebenfalls ein Anliegen ist. Seit mehreren Jahren sammelt die ILE Gäuboden bereits Erfahrungen in der Zentralisierung verschiedener Amtsbereiche. Zunächst wurde 2013 das Standesamt zusammengelegt, später folgten weitere Verwaltungskooperationen. Mit großem Interesse folgten die Vertreter der ILE Oberpfälzer Jura den Ausführungen des Irlbacher Bürgermeisters und letztjährigen ILE-Vorsitzendem Armin Soller. Aus seiner Sicht stehen im Rahmen der Verwaltungskooperation weniger finanzielle Einsparungen im Vordergrund. Er betonte besonders die Fachlichkeit und Gewährleistung einer hohen Qualität durch Bündelung der Amtsbereiche. Der Leiter des Standesamts, Andreas Dorfner, gewährte Einblicke in die Praxis und unterstützte Bürgermeister Soller bei der Beantwortung Fahrten nutzen, ohne mehr dafür bezahlen zu müssen – und das im ganzen Bundesgebiet. Neben Spritkosten können gegebenenfalls Kosten für Parktickets ebenso eingespart werden, wie die Zeit für die Suche nach einem Parkplatz. Bei vermehrter ÖPNV-Nutzung könnte zudem das Verkehrsaufkommen, insbesondere zu Stoßzeiten wie beispielsweise im Berufsverkehr, reduziert werden, was wiederum ebenfalls zu Zeitersparnissen für alle Verkehrsteilnehmenden beitragen kann. Womöglich lohnt sich bei vermehrter ÖPNV-Nutzung sogar für einige Haushalte der Verzicht auf ein zusätzliches Auto, was zu weiteren Kosteneinsparungen führt. Die Nutzung des Nahverkehrs schont nicht nur den Geldbeutel, sie trägt zudem zum Klimaschutz bei. Ein geringerer Verbrauch an fossilen Energieträgern wäre im Hinblick auf die Erderwärmung und ihre Folgen durchaus sinnvoll. Darüber hinaus hat eine vermehrte ÖPNV-Nutzung weitere positive Effekte auf die Umwelt: Die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs führt zu einer besseren Luftqualität, die insbesondere in Städten immer wieder Thema ist, und trägt zu einer geringeren Lärmbelastung bei. Sicherlich gibt es viele Personen, insbesondere außerhalb der Hauptorte und größeren Ortsteile, die weiterhin kaum oder nur in überschaubarem Maß vom ÖPNV-Angebot in der Region profitieren und auf das Auto angewiesen sind. Doch für alle, deren Wohnort entlang der Buslinien in der Region liegt, stellt die Ausweitung des Nahverkehrs mitunter eine interessante Alternative dar. Diese kann nicht nur genutzt werden, wenn man kurzfristig aufgrund von Einschränkungen oder Reparaturen am eigenen Fahrzeug eine andere Lösung benötigt. Das verbesserte Nahverkehrsangebot steht jederzeit allen offen und eignet sich auch für PendlerInnen. Testen Sie es doch einmal aus! Text: Franziska Sippl, Umsetzungsbegleiterin der ILE Oberpfälzer Jura Erste Exkursion der ILE Oberpfälzer Jura Kürzlich brach eine Gruppe mit 30 Personen aus unserer Region zur ersten Exkursion der ILE Oberpfälzer Jura in Richtung Niederbayern auf. An der Exkursion nahmen neben der bisherigen und der künftigen Umsetzungsbegleitung Bürgermeister, Gemeinderatsmitglieder sowie Verwaltungsangestellte aus allen Mitgliedsgemeinden teil. Ziel der Exkursion, die von Lisa Ritter und Svenja Schäfer vom Büro cima organisiert worden war, war die Vorstellung von Leuchtturmprojekten, das gegenseitige Kennenlernen sowie die Förderung des Austauschs. Erste Station des Tages war die Gemeinde Niederwinkling, in der es seit 2011 ein Kommunalunternehmen gibt. Dessen Vorstand Christian Pfeffer stellte gemeinsam mit dem 1. Bürgermeister Ludwig Waas sowie der Quartiersmanagerin Rita Widmann die Entwicklung der Gemeinde sowie des Kommunalunternehmens vor. Aus einer Industriebrache in der Dorfmitte wurde beispielsweise in den letzten Jahren ein Dorf- und Begegnungszentrum entwickelt. Nach der Präsentation weiterer bereits umgesetzter Projekte und künftigen, beeindruckenden Plänen folgte im Anschluss eine gemeinsame Besichtigung des Begegnungszentrums. Dieses besteht u.a. aus einer Apotheke, einer Arztpraxis, einem Supermarkt, einem Mehrzwecksaal und einer Bücherei. Das Ehrenamtsbüro, eine Tagespflege sowie eine ambulant betreute WG sind ebenfalls Teil der neuen Dorfmitte. Das Begegnungszentrum Niederwinkling wurde in der Dorfmitte auf dem Gelände einer Industriebrache sowie einer Freifläche geschaffen. Das Bild zeigt den Blick aus der Bücherei hin zu einem Supermarkt und einer Arztpraxis. (Foto: Franziska Sippl) Gruppenbild der Exkursionsteilnehmenden mit dem Niederwinklinger Bürgermeister Ludwig Waas (rechts) und dem Vorstand des Kommunalunternehmens Niederwinkling (links). (Foto: Rita Widmann)

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